LAG Frauen

Die Landesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik erarbeitet Grundsatzpositionen und nimmt Stellung zu aktuellen politischen Fragen, die das Interesse von Frauen berühren.
Die LAG vernetzt die Frauen innerhalb der Partei sowie die verschiedenen Gremien der Partei. Sie hält außerdem Kontakt zu Interessierten nicht-grünen Frauen, Verbänden und Initiativen aus der frauenpolitischen Arbeit. Die LAG berät den Landesvorstand, wirkt an der Erstellung von Wahlprogrammen mit, bereitet thematische Ratschläge vor und unterstützt engagierte Frauen in den landes- und kommunalpolitischen Wahlkämpfen und Gremien.Vertreten sind in der LAG Mitglieder des Landesvorstandes sowie interessierte grünen Frauen. Die LAG-Sitzungen finden in der Regel alle zwei Monate in Mainz statt.
Aus ihrer Mitte wählt die LAG die Vertreterinnen für die Bundesarbeitsgemeinschaft Frauen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Aktuelle Themen:

  • Umsetzung des Gender Budgeting in den Landkreisen und in den Gemeinde
  • Reform der Ausbildungsbedingungen für klassische Frauenberufe (ErzieherInnen etc.)
  • Quo vadis Frauenpolitik?
  • Gender mainstreaming: Gemeinsam für Gleichberechtigung
  • Mentoring von Frauen in der Politik

Sprecherin: Patricia Okello und Susanne Großpietsch

Kontakt: lag-frauen@gruene-rlp.de

Termine der LAG Frauen werden hier veröffentlicht.

Unternehmensgründungen von Frauen

Warum sollten sich GRÜNE um Gründerinnen kümmern?

Wir GRÜNEN sind stolz darauf, im Rahmen unserer Politik Frauen in Notsituationen zur Seite zu stehen und geschlechtsbedingte Nachteile abzubauen. Ob es die Erweiterung des Angebotes für Frauenhäuser ist, die Prävention von Gewalt in sozialen Beziehungen ist, ob Gender-Pay-Gap oder das Problem der Rentnerinnenarmut. Um all das und noch viel mehr kümmern wir uns zu Recht. Wenn wir aber Frauenpolitik nicht nur als Behebung von Missständen verstehen, sondern darüber hinaus Frauen mit all ihren Talenten und Fähigkeiten konstruktiv fördern wollen, sollten wir uns auch mehr als bisher auf die Stärken der Frauen besinnen.

Selbstständige Frauen – selbstverständlich, oder?

DaWanda, Westwing, Outfittery und Co. wurden von Frauen gegründet – und gehören zu den wohl bekanntesten Startups in Deutschland. Viele Unternehmerinnen haben nicht nur erfolgreich gegründet, sondern auch Meilensteine der Gründung nachhaltigen Unternehmertums (im Sinne der Berücksichtigung sozialer, familienfreundlicher, ökologischer und wertschöpfungsbezogener Aspekte) gesetzt. Doch ist die Anzahl der Gründerinnen immer noch deutlich kleiner als die der männlichen Gründer. Nur drei von zehn Unternehmen in Deutschland werden von Frauen gegründet.

Auch im europäischen Vergleich bildet die Bundesrepublik mit dieser niedrigen Quote eher Schlusslicht der Skala. Dabei kann diese Arbeitsform durchaus ein praktikabler Weg zur Vereinbarung von Familie und Beruf sein. So ist auffällig, dass 4 von 10 Gründerinnen minderjährige Kinder im Haushalt haben1). Offensichtlich entscheiden sich einige der ‚Mompreneurs‘ wegen der zeitlichen Flexibilität für das Modell der Selbstständigkeit. Allerdings ist es aber auch gerade diese Gruppe, die – häufig wg. der unterschätzten zeitlichen Belastung -, das Gründungsvorhaben überdurchschnittlich häufig wieder aufgibt. Das bedeutet: Sowohl berufsspezifisch ausgerichtete Förderprogramme als auch familienfreundliche Rahmenbedingungen sind gefragt, wenn diese Form von Existenzsicherung für Frauen politisch unterstützt werden soll.

Gründungsklima in Rheinland-Pfalz

Obwohl der weibliche Anteil an Gründungen seit 2002 bundesweit deutlich gestiegen ist (von 34% in 2002 auf 40% in 2016 2)), spiegelt die Zahl der selbstständigen Frauen in Rheinland-Pfalz nicht das Potenzial wieder. So sind hier nur ein Drittel der Selbstständigen Frauen, und das, obwohl sie im Durchschnitt höhere Bildungsabschlüsse als Männer erzielen.3)

Welche Form frauenspezifischer Wirtschaftsförderung gibt es denn bei uns? Diese Frage hat sich die LAG-Frauen gestellt und zusammen mit der LAG-Wirtschaft eine Kleine Anfrage der Grünen Fraktion an den Rheinl.-Pfälzischen Landtag vom 22.06.2017 ausgelöst. Die Antwort des Wirtschaftsministeriums hat gezeigt: Viele der aufgelisteten Maßnahmen zur Förderung von Unternehmensgründungen sind auf die regionale Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen allgemein konzentriert oder richten sich an spezielle Zielgruppen wie Landfrauen oder Akademikerinnen. Eine fundierte Starthilfe für gründungswillige Frauen allgemein, wie wir sie in anderen Bundesländern vorfinden, kann Rheinland-Pfalz mit wenigen Ausnahmen4) bislang nicht bieten.

Häufig wird die Notwendigkeit, frauenspezifische Förderprogramme aufzulegen, sogar als unnötig zurückgewiesen. Dabei bildet doch die Berücksichtigung der individuellen Lebensrealitäten der Frauen ebenso wie die Beratung über die richtige Finanzierung, Versicherung und Vorsorge fürs Rentenalter einen wesentlichen Rahmen tragfähiger Gründung. Ziel einer frauenspezifischen Förderung muss sein, eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an dieser Form der Erwerbstätigkeit selbstverständlich zu machen. Gründerinnenzentren in Rheinland-Pfalz zu etablieren, wäre also nicht nur eine Stärkung frauenspezifischer Wirtschafsförderung in unserem Bundesland, sondern auch ein deutlicher Schritt Richtung gleichberechtigter Teilhabe am Arbeitsleben. Das gilt für alle Frauen, unabhängig von Herkunft und Staatszugehörigkeit.

… and the winner is …

Auffällig ist auch, dass bei Auszeichnungen und Preisen für Unternehmensgründungen deutlich überwiegend männliche Unternehmer prämiert werden. Von Kriterien des nachhaltigen Unternehmertums ganz zu schweigen. Denn während bisherige Förderprogramme vor allem auf die Technologiebranche fokussiert sind, spielt das Thema nachhaltiges Unternehmertum im Sinne eines sozialverträglichen, ökologischen unternehmerischen Handelns fast gar keine Rolle. Hier muss unser Ziel im Rahmen einer grünen Frauenpolitik sein, die Gründerinnen besonders zu würdigen, deren Unternehmen von Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und sozialer Gerechtigkeit geprägt sind, und deren Erfolge auch sichtbar zu machen. Best-practise-Beispiele gibt es zum Glück schon einige. Warum nicht einen Grünen Unternehmerinnenpreis ins Leben rufen?

Unsere Ziele im Sinne einer grünen Frauenpolitik:

• Erhöhung des Anteils von Frauen an Unternehmensgründungen in Rheinland-Pfalz

• Vernetzung und Erweiterung der Beratungs- und Unterstützungsangebote für Gründerinnen

• Weiterentwicklung des volkswirtschaftlichen Potenzials von Frauen auch im Hinblick auf nachhaltiges,  verantwortliches Wirtschaften

30 Jahre Frauenstatut- nach wie vor aktuell! Oder?

Die LAG Frauen hat zu einem spannenden Thema „30 Jahre Frauenstatut- nach wie aktuell! Oder?“ eingeladen. Mit dabei waren vier GRÜNE Frauen:  Gesine Agena – Frauenpolitische Sprecherin im Bundesvorstand Anne Spiegel – Staatsministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz RLPJutta Blatzheim-Roegler- frauenpolitische Sprecherin und stellvertr. Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN  Landtagsfraktion RLPJennifer Werthwein – GRÜNE Jugend RLPDie Moderation an diesem spätsommerlichen Abend im Möhren Milieu hat die LAG Frauen Sprecherin Irmel Münch-Weinmann übernommen.

Der Weg zu mehr GeschlechtergerechtigkeitDie GRÜNEN sind eine feministische Partei. Mit dem Frauenstatut ist es möglich, mehr Frauen aktiv in der Politik zu beteiligen.In einer gemütlichen Runde mit 20 Frauen und 3 Männern fand ein Austausch zum Frauenstatut statt. Von Anfang an klar ist geworden, dass der Beschluss mit dem Frauenstatut für GRÜNE Politik und damit für die GRÜNE Partei nach wie vor seine Gültigkeit hat. Das Frauenstatut ist ein GRÜNER Erfolgsschlager. Es steht für Vielfalt und Demokratie. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal unserer Partei und weiterhin wichtig für die Umsetzung zur Gerechtigkeit der Geschlechter. Denn Frauen brauchen Chancen, um in der Politik gleichberechtigt und aktiv mitwirken zu können. Mit dem Frauenstatut können real existierende strukturelle Diskriminierungen kompensiert werden.

Die Hälfte Macht den Frauen

Frauen können und möchten Politik machen. MANN muss sie nur lassen. Bei den GRÜNEN wird es dank dem Frauenstatut (meist) gelebt. Dass es Probleme vor Ort in den Kreisverbänden und Fraktionen gibt, ist nicht erst an diesem Abend angesprochen worden. Auch in unserer Partei gibt es Platzhirsche, was sich dann zum Nachteil der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen auswirken kann. Zum Beispiel, weil Frauen sich zurückziehen. Die LAG Frauen will das Frauenstatut wieder mehr ins Bewusstsein bringen – bei allen neuen und älteren GRÜNEN Mitgliedern.  Wichtig ist, dass sich die Frauen gegenseitig stärken und fördern.

Gesine Agena ging auf das Frauenstatut bei GRÜNEN Listenaufstellungen, Versammlungen, Redelisten und Gremien ein und hob vier Punkte hervor:

1.) Mehr Frauen als in anderen Partei bei den GRÜNEN – zur Zeit 38%. Es besteht aber die Aufgabe, mehr weibliche Mitglieder zu gewinnen, damit wir dem Ziel „die Hälfte der Macht den Frauen“ näher kommen.

2.) Auswirkungen auf die politische Kultur: Frauen verändern die politische Kultur in Parteien.

3.) Das Frauenstatut ist zu verteidigen und zu leben, und zwar von allen, nicht nur von den Frauen.

4.) Das Frauenstatut trägt zur nachhaltigen Gleichberechtigung bei.Weitere Infos online: Die Bundespartei hat im letzten Jahr das PROJEKT FIFTY-FIFTY- Mehr Quote wagen!  neu aufgelegt. Darin finden sich Informationen, wie das Frauenstatut richtig angewandt werden kann. www.gruene.de/partei/projekt-fifity-fifty.html

Anne Spiegel äußert, dass sie ohne das Frauenstatut heute nicht Ministerin wäre. Bereits bei der GRÜNEN Jugend und einem Frauen-Mentoring-Programm 2002/2001 hat sie wichtige  Erfahrungen  gesammelt.-

Jutta Blatzheim-Roegler: Mit meiner jahrzehntelangen Erfahrung sage ich „Frauen sind besonders wichtig in Bereichen, in denen bisher Männern dominant waren, wie u. a. bei den Themen Verkehr und Landwirtschaft.

Jennifer Werthwein macht als Jüngste deutlich, dass gerade in der GRÜNEN Jugend das Frauenstaut einen wichtigen Platz einnimmt und in der Praxis gehandhabt wird.

Konsens des Abends zu 30 Jahre Frauenstatut: Das Frauenstatut ist nach wie vor aktuell! Ohne WENN und ABER und unabhängig, ob in einer Kommune, im Land und beim Bund. Zentral ist, dass die GRÜNE Partei den Beschluss tatsächlich lebt. Die LAG Frauen ruft alle GRÜNEN auf, die Frauenquote vor Ort praktisch anzuwenden. Irmel Münch-WeinmannLAG Frauen Sprecherin GRÜNE RLP