[55/2026] Ein routinemäßig geplanter Sicherheitstest mündete am 26. April 1986 in die bislang folgenschwerste Katastrophe der zivilen Nutzung von Atomenergie. Zum 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erklären die GRÜNEN-Landesvorsitzenden Natalie Cramme-Hill und Paul Bunjes:
„40 Jahre nach Tschernobyl erinnern wir an die Opfer dieser Katastrophe und an das unermessliche Leid, das sie über Millionen Menschen gebracht hat. Zahlreiche Einsatzkräfte wurden unmittelbar nach dem Unglück zur Eindämmung der Katastrophe entsandt und damit vielfach in den Tod geschickt. Menschen leiden bis heute unter gesundheitlichen und sozialen Folgen. Unzählige Familien wurden aus ihrer Heimat vertrieben, ganze Regionen bleiben auf lange Zeit unbewohnbar. Tschernobyl zeigt bis heute: Atomkraft ist und bleibt eine Risikotechnologie.“
Für Natalie Cramme-Hill ist Tschernobyl ein Teil ihrer persönlichen Identität: „Ich bin im Jahr der Katastrophe geboren und unweit des Atomkraftwerks Cattenom aufgewachsen. Die Bilder des Unglücks und die Angst vor einer radioaktiven Wolke über Europa haben sich tief in unser Gedächtnis gebrannt. Deshalb dürfen wir bei der Erinnerung an Tschernobyl vor Cattenom nicht die Augen verschließen. Das grenznahe AKW stellt weiterhin ein erhebliches Risiko für Rheinland-Pfalz und die gesamte Großregion dar. Wie bisher als Landesvorsitzende werde ich künftig auch als Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags die Zivilgesellschaft im Einsatz für die Abschaltung des AKW unterstützen. Die Reaktoren in Cattenom müssen endlich stillgelegt werden.”
Mit Blick auf die aktuelle energiepolitische Debatte ergänzt Paul Bunjes: „25 Jahre nach Tschernobyl wurden wir mit Fukushima erneut Zeugen eines Super-GAUs. Atomenergie ist zu gefährlich, zu teuer, produziert hochriskanten Müll und schafft neue Abhängigkeiten von importiertem Uran. Die Atomkraft hat ausgedient. Sicherheit, Unabhängigkeit und Klimaschutz erreichen wir nur durch den konsequenten, schnellen Ausbau der Erneuerbaren. Eine entschlossene Energiewende ist der Weg zu einer friedlichen, klimafreundlichen und zukunftsfähigen Energieversorgung in Europa.“
