Inhalt:
- Pflegende Angehörige unterstützen
- Bessere Arbeitsbedingungen für professionelle Pflegekräfte
- Innovative Konzepte in der Altenpflege fördern
- Lebenserfahrung und Kompetenz älterer Menschen besser nutzen
- Sorgende Gemeinschaften aufbauen
- Kommunale Mitbestimmung älterer Menschen stärken
Pflegende Angehörige unterstützen
Ein Großteil der Pflegebedürftigen wird von Angehörigen gepflegt – oft rund um die Uhr und über Jahre hinweg. Diese Leistung der Angehörigen verdient höchste Anerkennung. Doch pflegende Angehörige stoßen häufig an ihre Grenzen: gesundheitlich, finanziell und sozial. Wir GRÜNE setzen uns darum für eine wirksame Entlastung ein.
Wir unterstützen den Ausbau von ambulanter Pflege, von Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege und niedrigschwellige Angebote wie Quartiersstützpunkte oder Nachbarschaftszentren mit stundenweiser Betreuung.
Pflegende Angehörige brauchen Beratung, Schulung und psychosoziale Unterstützung – sowie die Möglichkeit, Beruf und Pflege besser zu vereinbaren. Wir setzen uns auf Bundesebene für eine Pflegezeit zur Freistellung von der Arbeit ein, die mit einer Lohnersatzleistung verbunden ist.
Wir wollen auch in Rheinland-Pfalz ein Landesprogramm zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ins Leben rufen, um berufstätige pflegende Angehörige nachhaltig zu unterstützen.
Bessere Arbeitsbedingungen für professionelle Pflegekräfte
Professionelle Pflege bleibt unverzichtbar, wenn Unterstützungsbedarf komplex wird. Pflegekräfte mit umfassender Ausbildung brauchen bessere Arbeitsbedingungen, angemessene Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten. Wir fördern neue Ausbildungsmodelle wie Teilzeitausbildung und duale Formate sowie eine modulare Weiterbildung. Auch nichtärztliches Personal wie Advanced Practice Nurses soll mehr Verantwortung übernehmen können. Bei der Akquise von Fachkräften aus dem Ausland setzen wir uns für faire Anerkennungsverfahren, Sprachförderung und die Unterstützung durch Integrationslots:innen ein. Die Initiative für Pflegekräfte wollen wir auf Menschen mit Behinderungen ausweiten (Assistenz und Dienste). Wir fördern geschlechter-, LSBTIQ:- und kultursensible Angebote und Einrichtungen. Wir bekennen uns zur Pflegekammer als Vertretung der professionellen Pflege. Um deren Akzeptanz innerhalb der Berufsgruppe zu fördern, fordern wir gute Rahmenbedingungen, um die Erfüllung ihrer Aufgaben zu garantieren. Die Rahmenbedingungen für Weiter- und Fortbildungsangebote der Pflegefachpersonen müssen zwischen Pflegekammer, Land und Arbeitgeber abgestimmt werden.
Innovative Konzepte in der Altenpflege fördern
Gute Altenpolitik denkt Lebensqualität, Sinnhaftigkeit und Gemeinschaft zusammen.
Wir GRÜNE unterstützen innovative Ansätze, die über klassische Heimversorgung hinausgehen. Pflegebauernhöfe verbinden beispielsweise bäuerliche Landwirtschaft mit Pflege. Sie schaffen einen Ort, an dem ältere Menschen mit Unterstützungsbedarf aktiv am Hofleben teilhaben, Tiere versorgen und im Garten arbeiten können. Solche Konzepte zeigen: Pflege kann mehr sein als Versorgung – sie kann Teilhabe, Naturverbundenheit und Würde ermöglichen.
Lebenserfahrung und Kompetenz älterer Menschen besser nutzen
Ältere Menschen sind keine Pflegefälle, sondern tragende Säulen unserer Gesellschaft. Sie verfügen über Lebenserfahrung, Kompetenz und Zeit, die sie einbringen möchten. Wir GRÜNE wollen eine Altenpolitik, die Würde, Selbstbestimmung und aktive Teilhabe in den Mittelpunkt stellt.
Der vierte Lebensabschnitt ist eine Chance, die Gesellschaft mitzugestalten – in Nachbarschaften, Initiativen, Vereinen und Kommunen. Wir setzen uns für inklusive Gemeinden ein, in denen ältere Menschen gleichberechtigt am sozialen, kulturellen und politischen Leben teilhaben und ihre Interessen selbst vertreten können. Wir setzen uns für ein entsprechendes Seniorenfördergesetz ein.
Sorgende Gemeinschaften aufbauen
Die meisten älteren Menschen möchten so lange wie möglich selbstständig in ihrer vertrauten Umgebung leben. Dafür braucht es keine institutionellen Großlösungen, sondern starke, solidarische Gemeinschaften. Wir GRÜNE fördern nachbarschaftliche Netzwerke, Mehrgenerationenprojekte und neue Wohnformen wie Pflegewohngemeinschaften oder generationenübergreifende Wohnprojekte mit Pflegeleistungen im Bedarfsfall.
Nachbarschaftshilfe, Besuchsdienste, gemeinsame Mobilität und digitale Vernetzung können auch ausreichen, bevor professionelle Pflege notwendig wird. Das Saarburger Modell zeigt exemplarisch, wie dies gelingen kann: Durch Dorfgesundheitshütten, gemeinsame Dorfmobile, Permakultur-Gärten und Nachbarschaftsgruppen via Messenger-Dienst entstehen sorgende Gemeinschaften. Gesundheitsförderung und Prävention werden so zur kommunalen Aufgabe, ältere Menschen bleiben aktiv und eingebunden. Wir setzen uns für die Verbreitung solcher Modelle und ihre Unterstützung durch Land und Kommunen ein.
Kommunale Mitbestimmung älterer Menschen stärken
Ältere Menschen müssen ihre Lebensumgebung mitgestalten können.
Wir GRÜNE fördern kommunale Seniorenvertretungen mit echtem Mitspracherecht und verbesserte Beteiligungsformate bei der Orts- und Quartiersentwicklung.
Bei der Pflegestrukturplanung müssen die Älteren selbst am Tisch sitzen. Wir setzen uns für eine kommunale Pflegekonferenz ein, in der ältere Bürger, Angehörige, Kommunen und Träger gemeinsam über bedarfsgerechte Angebote entscheiden.
Die Förderung von Projekten muss transparent und partizipativ erfolgen.
