„Einheit heißt: anders sein und trotzdem zusammengehören“

GRÜNE Rheinland-Pfalz zum Tag der Deutschen Einheit: Demokratie lebt von der Bereitschaft, Gemeinsamkeiten zu finden und Unterschiede auszuhalten

[72/2026] Mainz, 03. Oktober 2026 – Der Tag der Deutschen Einheit ist ein Tag des Zusammenkommens. Wir feiern, dass aus BRD und DDR nach jahrzehntelanger Teilung wieder ein gemeinsames Land wurde – mit Menschen, die unterschiedliche Biografien, Erfahrungen und Perspektiven mitbringen. 

Für Christin Sauer, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz, liegt darin eine Botschaft, die bis heute aktuell ist: „Deutsche Einheit bedeutet nicht, dass alle denselben Blick auf unsere Wiedervereinigung haben oder in allem einer Meinung sein müssen. Zusammenhalt entsteht, wenn wir verschiedene Sichtweisen anerkennen, Gemeinsamkeiten finden und uns als Teil eines großen Ganzen verstehen. Unterschiedlich zu sein und trotzdem zusammen zu gehören – das ist für mich eine der wichtigsten Botschaften des 3. Oktober.“

Dieser Gedanke spiegele sich auch in der Geschichte von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wider. In der heutigen Partei treffen politische Traditionen aus Ost und West aufeinander: die Umwelt-, Friedens-, Frauen- und Anti-Atom-Bewegungen der alten Bundesrepublik und die ostdeutsche Bürgerrechtsbewegung, die den demokratischen Umbruch von 1989 mitgetragen hat. 1993 schlossen sich BÜNDNIS 90 und DIE GRÜNEN zusammen und brachten ihre jeweiligen Erfahrungen in die gemeinsame Partei ein.

Sauer erklärt: „Unsere eigene Geschichte zeigt: Menschen müssen nicht aus derselben Richtung kommen, um gemeinsam in dieselbe Richtung gehen zu können. Aus unterschiedlichen politischen Traditionen ist etwas Gemeinsames entstanden. Genau dieser Gedanke steckt bis heute in unserem Namen: Wir sind ein Bündnis.“

Gerade wenn gesellschaftliche Debatten härter werden und die Demokratie unter Druck steht, gewinne dieser Bündnisgedanke an Bedeutung. Für die Landesvorsitzende Carolin Cloos komme es deshalb darauf an, einander zuzuhören und nach dem zu suchen, was gemeinsames Handeln möglich macht:

„Demokratie lebt davon, dass wir miteinander streiten können und trotzdem gemeinsam handlungsfähig bleiben. Dafür müssen wir einander zuhören und immer wieder nach dem suchen, was uns eint. Gerade wenn unsere Demokratie unter Druck steht, braucht sie Menschen, die sich nicht voneinander abwenden, sondern sich miteinander verbünden.“

Einheit und Zusammenhalt seien dabei keine abgeschlossenen Aufgaben. Sie müssten zwischen Menschen, Generationen und Regionen immer wieder neu entstehen. Cloos betont:

„Einheit ist kein abgeschlossener Zustand, sondern eine gemeinsame Aufgabe. Der 3. Oktober zeigt: Wir können unterschiedlich sein und trotzdem zusammengehören. Wir können miteinander streiten und gemeinsam handeln. Und wir können uns immer wieder miteinander verbünden. Diese Fähigkeit macht unsere Demokratie stark.“