Laut Medienberichten planen Union und SPD bei der Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes die 65%-Pflicht für neue Heizungen zu Gunsten einer sogenannten Grüngasquote im Wärmesektor abzuschaffen. Hierzu erklärt Katrin Eder, Spitzenkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Rheinland-Pfalz:
„Nach dem Angriff auf die Energiewende, schleift die Bundesregierung nun die Wärmewende. Erneut droht ein Rückschritt beim Klimaschutz. Die Grüngasquote verteuert das Heizen für Privathaushalte, verzögert die Wärmewende und erschwert den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.“
Eine sogenannte Grüngasquote bedeutet, dass Versorger verpflichtet werden, den Anteil erneuerbarer Gase wie Biomethan und grünem Wasserstoff im Gasmix beizumischen. „Grüner Wasserstoff und Biomethan stehen nur in sehr begrenzter Menge zur Verfügung. Werden sie im Gasnetz beigemischt, fehlen sie unserer Industrie bei der Umstellung ihrer Prozesse auf Erneuerbare Energien. Gleichzeitig erhöht eine Beimischung langfristig einerseits die Kosten für Verbraucher*innen, verleitet sie andererseits aber kurzfristig, weiter an Gasheizungen festzuhalten, statt auf echte erneuerbare Lösungen wie Wärmepumpen und Nahwärmeanschlüsse umzusteigen“, so Katrin Eder.
Auch für industrielle Hersteller von erneuerbaren Heizungen wie Wärmepumpen und Handwerksbetriebe seien die in Rede stehenden Änderungen fatal: „Die Grüngasquote ist nicht mehr als ein Verzögerungsinstrument, da sie das grundsätzliche Problem der fossilen Wärmeversorgung nicht löst. Für den ohnehin lahmenden Absatz auf dem Heizungsmarkt ist das Gift. Wir brauchen ein klares Signal an die Verbraucherinnen und Verbraucher: Die Zukunft des Heizens liegt außerhalb des Gasnetzes.“
Katrin Eder appelliert daher an die Verhandler*innen von SPD und CDU, eine andere Richtung einzuschlagen: „Die Zukunft der Wärmeversorgung ist erneuerbar. Statt den klimapolitischen Irrweg einer Grüngasquote einzuschlagen, muss der Bund verlässliche Rahmenbedingungen und Förderinstrumente für den Wechsel von Gas und Öl zu Lösungen wie Wärmepumpen und Wärmenetze schaffen. Nur durch Verlässlichkeit entsteht wieder Vertrauen.“
