Klartext für Zukunft, Demokratie und Klimaschutz
Mainz, 18. Februar 2026 – Mit deutlichen Worten, klaren politischen Ansagen und viel Applaus haben die GRÜNEN Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Kreisverband Mainz ihren Politischen Aschermittwoch im Alten Postlager in Mainz begangen. Vor rund dreihundert Gästen machten Katrin Eder und Claudia Roth deutlich: Rheinland-Pfalz braucht Mut zur Zukunft – nicht den Rückwärtsgang. Durch den Abend führte Christoph Kozubek vom Mainzer Kreisverband.
Katrin Eder: „Rheinland-Pfalz braucht ein G wie Grün“
Spitzenkandidatin und Staatsministerin Katrin Eder stellte in ihrer Rede soziale Gerechtigkeit, konsequenten Klimaschutz und die Verteidigung der Demokratie in den Mittelpunkt.
Für sie ist klar: Ein bezahlbares Zuhause ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit – deshalb sprach sie sich für eine Verdopplung der Landesmittel in der Wohnbauförderung aus. Ziel sei mehr bezahlbarer Wohnraum in Städten und im Umland sowie stärkere Förderung von Um- und Ausbau bestehender Gebäude. „Wohnen darf nicht vom Geldbeutel abhängen“, so Eder. Eine gezielte Umbauprämie könne helfen, bestehenden Wohnraum besser zu nutzen – etwa durch die Teilung zu groß gewordener Häuser.
In der Klimapolitik grenzte sich Eder deutlich von der CDU ab. Das rheinland-pfälzische Klimaschutzgesetz sei Motor für wirtschaftliche Modernisierung und sichere Arbeitsplätze. „Klimaschutz darf nicht verschlafen werden”, lautet ihr Seitenhieb auf den CDU-Mitbewerber, über den die Presse kürzlich titelte: „Gordon Schnieder kann überall schlafen.” Statt das Gesetz abzuschaffen, wie von der CDU gefordert, wollen die GRÜNEN einen Zukunftsfonds auflegen, um Unternehmen beim Umstieg auf klimaneutrale Produktion zu unterstützen.
Eder nahm eine Wahlkampfkampagne der Konkurrenz direkt ins Visier, in der die CDU Gordon Schnieder als das G präsentierte, welches Rheinland-Pfalz fehlte. Eder entgegnete unter großem Beifall: „Rheinland-Pfalz hat das G längst gefunden – es heißt Grün und es regiert hier seit 15 Jahren.“ Während andere Parteien beim Klimaschutz zurückruderten, hätten die GRÜNEN den Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv vorangebracht, Genehmigungsverfahren beschleunigt und Bus und Bahn gestärkt.
In der Wahl ginge es nicht nur um die Frage, ob Rheinland-Pfalz gegen die Auswirkungen des Klimawandels beherzt anpacke, sondern auch um den Schutz der Demokratie: „Bleibt Rheinland-Pfalz ein Land der Vielfalt, der wehenden Regenbogenfahnen und der Gleichberechtigung? Aus vollem Bewusstsein haben wir gesagt, dass wir in eine Koalition nur eintreten werden, wenn sie sich für ein AfD-Verbot einsetzt. Nur so sind wir zu haben.”
Claudia Roth: „Generationengerechtigkeit heißt, in die Zukunft zu investieren, bevor sie uns um die Ohren fliegt.”
Die Bundestagsabgeordnete Claudia Roth stellte in ihrer Rede die Generationengerechtigkeit in den Mittelpunkt und betonte, wie wichtig es sei, heute Verantwortung zu übernehmen – für faire Chancen, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen.
„Generationengerechtigkeit ist nicht, die Schuldenbremse als Mantra zu zitieren. Generationengerechtigkeit heißt, in die Zukunft zu investieren, bevor sie uns um die Ohren fliegt. Das gilt ganz besonders für den Klimaschutz. Denn die Klimakrise ist die Überlebensfrage unserer Zeit.“
Sie unterstrich die Verantwortung demokratischer Kräfte, Haltung zu zeigen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt aktiv zu stärken.
„Lasst uns zusammen einstehen für Heimat, wo du dazugehörst, wo du gebraucht wirst und geliebt wirst. Heimat, die nicht engmaschig ist, nicht rückwärtsgewandt, nicht ausgrenzend. In dieser Heimat sind wir so heimatverbunden wie weltoffen. So Meenzerisch wie europäisch. So lokal verwurzelt wie global verantwortlich. Lasst uns laut bleiben, lasst uns unbequem bleiben, lasst uns streitbar bleiben. Lasst uns mit den Menschen reden, ihnen zuhören, ihre Sorgen Ernst nehmen aber sie nicht schüren. Lasst uns der Angst die Zuversicht entgegensetzen, dem Hass die Menschlichkeit, der Spaltung den Zusammenhalt und die Schönheit der Verschiedenheit. Und glaubt mir: Dafür lohnt es sich zu kämpfen. Bis zur Landtagswahl am 22. März und darüber hinaus.“
„Aber was ist das eigentlich für ein Bundeskanzler, der in seinem arroganten und eiskalten Ton die Realität unserer diversen Gesellschaft mit seinem abwertenden Stadtbild beklagt. Migration als „Problem im Stadtbild“. Stadtbild! Als ginge es um falsch abgestellte Fahrräder oder bröckelnde Fassaden. Es geht um Menschen. Um Familien. Um Kinder, die hier zur Schule gehen. Um Kolleginnen und Kollegen. Um Nachbarn. Wenn am Stammtisch oder am Frühstückstisch nach einem harten Rosenmontag jemand so redet, schüttelt man den Kopf. Wenn ein Kanzler so redet, verschiebt sich die Grenze des Sagbaren. Sprache schafft Wirklichkeit. Ein Kanzler muss für alle sprechen. Für die hier Geborenen. Für die Eingewanderten. Für die mit mehreren Sprachen im Herzen. Für die, die dieses Land mit am Laufen halten.“
Geschlossen und kampfbereit in die heiße Wahlkampfphase
Der Politische Aschermittwoch der GRÜNEN in Mainz machte deutlich: Die Partei setzt im Landtagswahlkampf auf klare Inhalte statt Schlagworte. Im Zentrum stehen soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz als wirtschaftliche Chance und eine wehrhafte Demokratie.
„Wir machen Politik nicht aus Angst vor Veränderung, sondern mit Zuversicht und Verantwortung für ein vielfältiges, gerechtes und modernes Rheinland-Pfalz“, so Katrin Eder abschließend. „Am 22. März: GRÜN. Lass machen.“
