[48/2026] Zur Entscheidung der Krankenkassen, die Vergütung für ambulante Psychotherapie ab April 2026 um 4,5 Prozent zu senken, erklärt die GRÜNEN-Spitzenkandidatin Katrin Eder:
„Diese Entscheidung ist ein schwerer Schlag für die Versorgung psychisch erkrankter Menschen. Während der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung steigt, geraten ambulante Praxen durch die Kürzungen zusätzlich unter Druck. Das ist fachlich nicht zu begründen und sozial ungerecht. Besonders gesetzlich Versicherte, junge Menschen und Patientinnen und Patienten im ländlichen Raum werden die Folgen spüren – durch längere Wartezeiten, schlechtere Zugänge und mehr Unsicherheit in einer ohnehin belastenden Situation.
Auch gesamtgesellschaftlich ergibt die Entscheidung keinen Sinn. Noch vor kurzem hat die CDU eine Debatte über zu viele Fehltage der Arbeitnehmenden vom Zaun gebrochen und strengere Regeln für Krankschreibungen gefordert. Psychische Erkrankungen sind ein wesentlicher Grund für Fehlzeiten. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen um rund die Hälfte gestiegen. Wer psychisch erkrankte Menschen unterstützen und die Zahl der Fehltage senken will, muss dafür sorgen, dass es mehr Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gibt, nicht weniger. Wir brauchen deshalb eine Reform der Bedarfsplanung auf Bundesebene, um mehr Kassensitze zu schaffen. Besonders die Versorgung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen muss endlich ausgebaut werden.“
