Extreme Hitze ist die neue Realität – Wir brauchen einen Hitzeschutz, der alle erreicht!
Wenn Hitze zur Belastung wird, braucht es Schutz für alle. Extreme Temperaturen infolge der Klimakatastrophe sind eine der größten gesundheitlichen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb braucht Rheinland-Pfalz jetzt ein Sofortprogramm für konsequenten Klimaschutz, wirksame Klimaanpassung und eine Wasserpolitik, die unsere Lebensgrundlagen schützt.
Extreme Hitzewellen werden häufiger, länger und intensiver. Die Folgen sind längst im Alltag spürbar: Städte heizen sich immer stärker auf, Böden trocknen aus, Wasser wird knapper und besonders gefährdete Menschen geraten an ihre Belastungsgrenzen – und auch Einsatzkräfte wie Feuerwehr, Rettungsdienste und DLRG sowie Pflegepersonal und Beschäftigte im Gesundheitswesen leisten ihre Arbeit zunehmend unter extremen Bedingungen.
Hitzeschutz ist kein Luxus. Er ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und eine Frage sozialer Gerechtigkeit.
Denn es darf nicht vom Geldbeutel oder vom Wohnort abhängen, wer gesund durch den Sommer kommt.
Zugleich gilt: Der beste Hitzeschutz ist wirksamer Klimaschutz. Wer Treibhausgasemissionen reduziert, erneuerbare Energien ausbaut und gleichzeitig in Klimaanpassung investiert, schützt die Menschen heute und verhindert noch größere Schäden morgen.
Hitze und Wasser gehören untrennbar zusammen
Zu viel Hitze und zu wenig Wasser sind zwei Seiten derselben Klimakrise.
Wasserknappheit zählt zu den gravierendsten Folgen der globalen Erwärmung. Sie bedroht unsere Natur, belastet Landwirtschaft und Wirtschaft und gefährdet langfristig unsere Lebensgrundlagen.
Deshalb ist Klimaanpassung immer auch Wasserpolitik.
Wasser ist ein öffentliches Gut
Trinkwasser schützt Leben. Es gehört zur staatlichen Daseinsvorsorge und muss für alle Menschen zugänglich sein – unabhängig vom Einkommen.
Gerade während Hitzewellen braucht es deshalb flächendeckend öffentliche Trinkbrunnen, mobile Wasserausgaben und leicht zugängliche Informationen, insbesondere für ältere Menschen, Kinder, wohnungslose Menschen sowie weitere besonders gefährdete Gruppen.
Unsere natürlichen Wasserspeicher schützen
Nicht jeder Regen hilft.
Nach langen Trockenperioden können ausgetrocknete Böden Wasser oft kaum noch aufnehmen. Statt die Grundwasserspeicher aufzufüllen, fließt Regen oberflächlich ab und erhöht die Gefahr von Überschwemmungen.
Deshalb müssen wir unsere natürlichen Wasserspeicher stärken:
- Moore erhalten und wieder vernässen.
- Auen schützen.
- Gesunde Böden fördern.
- Grundwasser langfristig sichern.
Diese Ökosysteme speichern Wasser, schützen vor Dürre und machen unsere Landschaft widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise.
Mehr Grün statt Grau
Städte gehören zu den Orten, die unter Hitze besonders leiden. Asphalt, Beton und versiegelte Flächen speichern Wärme und geben sie nachts wieder ab.
Die Antwort darauf heißt: Mehr Natur statt Beton.
Bäume, Parks und Grünflächen sorgen für Schatten, kühlen die Umgebung und verbessern die Lebensqualität.
Gleichzeitig müssen Städte künftig Regenwasser besser speichern, statt es möglichst schnell in die Kanalisation abzuleiten. Das Schwammstadt-Prinzip hilft dabei, Wasser in der Landschaft zu halten und Städte besser gegen Hitze und Starkregen zu schützen.
Menschen schützen – dort, wo Hitze besonders gefährlich wird
Hitzeschutz ist soziale Gerechtigkeit.
Besonders gefährdet sind
- ältere Menschen,
- Kinder,
- Schwangere,
- Menschen mit Vorerkrankungen,
- Pflegebedürftige,
- wohnungslose Menschen sowie
- Menschen ohne ausreichend kühle Wohnungen.
Sie brauchen gezielten Schutz.
Dazu gehören verbindliche Hitzeschutzkonzepte für Kitas, Schulen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und andere soziale Einrichtungen.
Öffentliche Gebäude wie Bibliotheken, Rathäuser oder Bürgerhäuser können an besonders heißen Tagen als kühle Aufenthaltsorte geöffnet werden und Menschen ohne Rückzugsmöglichkeiten Schutz bieten.
Schwimmbäder sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge
Sie ermöglichen Kindern, sicher schwimmen zu lernen, bieten bezahlbare Abkühlung an heißen Tagen und sind Orte der Begegnung für Menschen aller Generationen. Gleichzeitig zeigen die besorgniserregenden Zahlen an Badetoten in Seen und Flüssen, wie wichtig eine flächendeckende Schwimmausbildung ist. Dafür braucht es wohnortnahe, gut ausgestattete Schwimmbäder.
Deshalb setzen wir uns für den Erhalt und die Modernisierung kommunaler Schwimmbäder ein. Das bedeutet konkret
- kommunale Schwimmbäder zu erhalten und zukunftsfest zu modernisieren,
- den Zugang zu bezahlbaren Schwimmbädern zu sichern – besonders während Hitzewellen,
- Schwimmbäder energieeffizient zu sanieren und mit erneuerbaren Energien auszustatten,
- Schwimmunterricht und Schwimmfähigkeit von Kindern nachhaltig zu sichern,
- Schwimmbäder als Teil kommunaler Hitzeaktionspläne und der öffentlichen Daseinsvorsorge zu stärken.
Gebäude besser gegen Hitze schützen
Gebäude müssen künftig so geplant und saniert werden, dass sie auch an heißen Tagen angenehm nutzbar bleiben.
Dazu gehören
- Verschattung,
- natürliche Lüftung,
- energetische Sanierung,
- Dach- und Fassadenbegrünung sowie
- technische Kühlung dort, wo sie notwendig ist.
Wo Klimaanlagen gebraucht werden, sollten sie möglichst klimafreundlich mit Photovoltaik, Batteriespeichern und energieeffizienten Gebäuden kombiniert werden.
Kommunen brauchen endlich die Mittel zum Handeln
Viele Städte und Gemeinden wissen längst, welche Maßnahmen notwendig sind.
Was fehlt, sind häufig ausreichend finanzielle Mittel und unkomplizierte Förderprogramme.
Deshalb fordern wir ein Sofortprogramm für Kommunen in Rheinland-Pfalz.
Die Finanzierung von Hitzeschutzmaßnahmen muss schnell, unbürokratisch und ausreichend erfolgen – insbesondere über die Mittel für Klimaanpassung. Kommunen dürfen nicht an langwierigen Antragsverfahren scheitern.
Außerdem braucht jede Kommune einen Hitzeaktionsplan mit
- klaren Zuständigkeiten,
- funktionierenden Warnsystemen,
- barrierefreien und mehrsprachigen Informationen sowie
- konkreten Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung.
Unsere Forderungen auf einen Blick
Menschen vor Hitze schützen
- Verbindliche Hitzeschutzkonzepte für Kitas, Schulen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.
- Öffentliche Kühlräume schaffen.
- Gebäude besser gegen Hitze schützen.
- Klimafreundliche Gebäudekühlung fördern.
- Jede Kommune mit einem Hitzeaktionsplan ausstatten.
- Kommunen finanziell schnell und unbürokratisch unterstützen.
Wasser schützen
- Trinkwasser als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge sichern.
- Kostenlose Trinkbrunnen und mobile Wasserausgaben flächendeckend ausbauen.
- Grundwasser besser schützen.
- Moore, Auen und gesunde Böden als natürliche Wasserspeicher erhalten.
- Regenwasser speichern statt ableiten.
- Städte konsequent entsiegeln und nach dem Schwammstadt-Prinzip weiterentwickeln.
Städte kühlen
- Mehr Bäume und Schatten.
- Mehr Parks und Grünflächen.
- Dach- und Fassadenbegrünung fördern.
- Öffentliche Plätze klimaresilient gestalten.
- Grünflächen dauerhaft sichern und ausreichend bewässern.
Schwimmbäder stärken
- Kommunale Schwimmbäder erhalten und modernisieren.
- Schwimmbäder als Orte der öffentlichen Daseinsvorsorge und des Hitzeschutzes sichern.
- Bezahlbare Abkühlung für alle ermöglichen.
- Schwimmausbildung von Kindern stärken und damit Leben retten.
- Klimafreundliche Sanierungen mit Photovoltaik und energieeffizienter Technik fördern.
Unser Ziel
Hitzeschutz ist soziale Gerechtigkeit. Wasser schützt Leben. Klimaanpassung schützt unsere Zukunft.
Wir wollen Rheinland-Pfalz widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise machen.
Mit konsequentem Klimaschutz.
Mit gesunden Böden, sauberen Gewässern und geschützten Grundwasservorräten.
Mit grünen, lebenswerten Städten.
Und mit einem Hitzeschutz, der alle Menschen erreicht – besonders diejenigen, die ihn am dringendsten brauchen.
