30.08.2010

Schulobstprogramm kann nur ein Anfang sein

[30.08.2010] Die GRÜNEN begrüßen die Beteiligung von Rheinland-Pfalz am EU-Schulobstprogramm. Die konkrete Umsetzung durch die Landesregierung lasse aber zu wünschen übrig, kritisierte Ulrike Höfken, Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion für Ernährungspolitik: "Ein Stück Obst pro Woche für Grund- und Förderschüler reicht bei weitem nicht aus, um den Obstkonsum der Kinder auf ein Niveau zu bringen, das von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird."

Zudem fehlten in Rheinland-Pfalz klare verbindliche Lieferantenvorgaben für eine bevorzugt regionale Herkunft des Obstes, die einen besseren Absatz für einheimische Erzeuger sichern würden. "Dabei weisen rheinland-pfälzische Erzeugnisse in der Regel eine bessere Klimabilanz und weniger Pestizidbelastung auf", so Höfken. Das Schulobstprogramm sei ein guter Anfang, könne aber eine gesunde Schulverpflegung nicht ersetzen. Inzwischen nehmen die meisten Schüler die Hauptmahlzeit des Tages in der Schule ein. Dennoch lassen Umfang und Qualität der Schulernährung an vielen Schulen noch zu wünschen übrig, wie Untersuchungen der Uni Koblenz ergeben haben.

Daniel Köbler, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, forderte die Landesregierung auf, endlich ein umfassendes Konzept für Schulernährung unter Einbeziehung aller Schulformen und der Schulobst- und Schulmilchpogramme vorzulegen: "Dazu gehört auch die Beteiligung von Schulträgern, Lehrern, Eltern und Schülern an der Umsetzung vor Ort und die Sensibilisierung für die hohe Bedeutung von guter Schulernährung für den Bildungserfolg." Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung in Montabaur müsse personell und finanziell  aufgestockt werden, um dem landesweiten Beratungsbedarf der Schulen gerecht zu werden. "Wir fordern von der Landesregierung eine Änderung des Schulgesetzes, damit ein qualitativ gutes und kostengünstiges Schulessen für alle Kinder und Jugendlichen zukünftig garantiert wird", betonte Köbler.

In dieser Woche wird Ulrike Höfken an zwei Veranstaltungen zum Thema Schulernährung mitwirken:

  • "Gutes Essen soll für alle Kinder Schule machen": Diskussionsveranstaltung zur Schulernährung am 1. September, ab 19.30 Uhr, in Landau (Kulturzentrum "Altes Kaufhaus", Rathausplatz 9) Gäste: Waltraud Fesser (Ernährungsberaterin Verbraucherzentrale RLP), Dr. Iris Brandenburger (Ökotrophologin Universität Landau), Dr. Kurt Becker (Allgemeinmediziner und Ernährungsberater) und Reinhard Metz (Ausbilder für benachteiligte Jugendliche und grüner Direktkandidat zur Landtagswahl 2011)
  • "Verantwortung für die Gesundheit unserer Kinder. Ernährung in Kitas und Schulen": Diskussionsveranstaltung am 2. September, ab 17 Uhr, in Bitburg (Hotel Eifelbräu, Römermaier 36)
    Gäste sind u.a.: Doris Fey (Vernetzungsstelle Schulverpfelgung RLP), Dr. Brigitte Jansen (Uni Koblenz), Dr. Thomas Koch (Marienhaus Klinikum Bitburg) sowie Alexander Antonoff (Nestlé AG).



Kategorien:Bildung
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