18.05.2010

Hände weg von der ollen Knolle Amflora!

[18.05.2010] Die heutige Protestaktion gegen das Festhalten von BASF an der Gen-Kartoffel "Amflora" machte deutlich, welch "eine wirtschaftliche und gesundheitliche Bedrohung die Kartoffel für Landwirtschaft, Verbraucher und Kartoffelverarbeiter ist", erklärte Ulrike Höfken, rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete der GRÜNEN. Durch kaum vermeidbare Vermischungen mit Speisekartoffeln wird Amflora mit seinen riskanten Antibiotika-Resistenzgenen beispielsweise in Instant-Kartoffelbrei landen.

Die GRÜNEN würden "nicht hinnehmen, dass durch BASF und Monsanto die Lebensmittelkette weiter verunreinigt wird und die Kosten dafür auf Steuerzahler, Verbraucher und die gentechnikfreie Produktion abgewälzt werden", betonte Höfken. "Amflora" sei schon heute ein Ladenhüter, so die GRÜNEN-Politikerin, weil die Stärkeindustrie kein Interesse habe und zwei konventionelle gezüchtete Sorten mit der gleichen Stärkezusammensetzung auf dem Markt sind. Höfken zeigte sich überzeugt, dass auch die Gen-Kartoffel "Fortuna" BASF kein Glück bringen werde, "weil die Verbraucher keinen Appetit auf Gen-Pommes haben."

Eveline Lemke, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz, forderte die SPD-Landesregierung auf, dem Beispiel zahlreicher Bundesländer wie Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Thüringen zu folgen und den sofortigen Stopp des kommerziellen Anbaus der Genkartoffel durchzusetzt. "Außerdem erwarten wir von der Landesregierung, entsprechend dem Beschluss der Agrarminister der Länder vom 30. April, sich aktiv im Bundesrat dafür einzusetzen, dass die Bundesregierung endlich konkrete Schutzregeln und Maßnahmen gegen eine Vermischung von Amflora mit konventionellen Kartoffeln sowie gegen Verschmutzungen der Lebens- und Futtermittelkette erlässt", unterstrich sie.

Der Landesregierung hielt Lemke vor, "BASF-blind" gegenüber den Risiken zu sein und im Widerspruch zur Amflora-Kritik der SPD-Bundestagsfraktion zu stehen: "Statt sich weiter vor den Karren der BASF spannen zu lassen, verlangen wir von der Landesregierung eine Politik, die Landwirtschaft, Imker, Verbraucher und gentechnikfreie Lebensmittelwirtschaft wirksam vor Kontaminationen schützt. Umweltministerin Conrad kann das BASF-Produkt nicht länger verteidigen."

Man werde BASF bei der Entwicklung von Zukunftsbereichen wie biologischem Pflanzenschutz, nachhaltiger Düngung und alternativen modernen Züchtungsverfahren unterstützen, "wo im Gegensatz zur Agrogentechnik bereits konkrete Erfolge etwa bei der Salz- und Trockenheitsresistenz vorhanden sind", so Lemke und Höfken. "Was aber mit uns nicht zu machen ist, sind Schrottprodukte und Technologien aus der Mottenkiste, die Eigentum und Umwelt anderer schädigen. Herausforderungen wie Klimawandel, Bienensterben und Welthunger warten darauf, dass die BASF ihrem eigenem Anspruch von Nachhaltigkeit mit besseren Produkten auch gerecht wird."

In Ludwigshafen haben heute Bundes- und Europaabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zusammen mit Organsiationen wie BUND, demeter, BÖLW oder Slow Food vor dem Eingang zur BASF Widerstand gegen den Anbau der Genkartoffel Amflora demonstriert.

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