07.01.2015

„Die Katze ist aus dem Sack: Bundesregierung will Verbraucherschutz verkaufen!“

Bundesagrarminister will Kennzeichnungspflicht für Gentechnik aufweichen

[PM 01/2015] In den Verhandlungen um das Freihandelsabkommen TTIP möchte Bundesagrarminister Christian Schmidt der amerikanischen Forderung nach einer Aufweichung der Kennzeichnungspflicht gentechnisch veränderter Lebensmittel folgen. Demnach würde die Information, ob gentechnisch veränderte Substanzen zur Herstellung eines Lebensmittels eingesetzt wurden, im Barcode versteckt. Der Einsatz von Gentechnik würde dann nicht mehr offen auf der Verpackung gekennzeichnet, sondern müsste mühsam mit einem Smartphone aus dem Barcode jedes einzelnen Produktes ausgelesen werden.

Dazu Katharina Binz, Landesvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz:

„Agrarminister Schmidt hat die Katze aus dem Sack gelassen: Die Bundesregierung ist bereit, Verbraucherschutzstandards in den Verhandlungen über das Handelsabkommen TTIP zu opfern. Die VerbraucherInnen haben jedoch ein Recht darauf zu erfahren, was in ihren Lebensmitteln steckt!
Der Vorschlag, auf die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Zutaten zu verzichten und diese Informationen stattdessen nur noch über Barcodes zur Verfügung zu stellen, ist kein Verbraucherschutz, sondern eine deutliche Absenkung des bisherigen Standards. Die Bundesregierung will den Verbraucherschutz verkaufen und das ist ein Skandal! Hier wird sehr deutlich, dass sich die Bundesregierung in den intransparenten Verhandlungen um das Freihandelsabkommen nicht für die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher und den Schutz unserer hohen Qualitätsstandards einsetzt.“

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